Wie nennt man eine Ansammlung von Tauben? Ganz wie du vermutest

Die faszinierende Welt der Tauben: vom Schwarm bis zur Zucht
Die faszinierende Welt der Tauben: vom Schwarm bis zur Zucht

Tauben sieht man in Städten auf der ganzen Welt fast überall. Dass sie in großen Gruppen zusammenhalten und sich in komplizierten Stadtlandschaften zurechtfinden, hat Forscher interessiert und viele Menschen begeistert. Trotzdem werden sie trotz ihrer Präsenz und Nützlichkeit oft missverstanden und einfach als Teil der städtischen Tierwelt abgetan.

Wie Schwärme und Kits kommunizieren

Der gängigste Begriff für eine Gruppe von Tauben ist „Schwarm“. In der Welt der Zucht- und Wettflugtauben spricht man aber auch oft von „Kit“, wenn es um fliegende oder trainierte Gruppen geht (vor allem bei Züchtern und Wettbewerben).

Solche Gruppen trifft man auf Stadtplätzen, in Parks, auf Stromleitungen oder an Gebäudevorsprüngen. Typische Szenen sind das Aufscheuchen eines Himmels voller Tauben, ihre weiten Kreisflüge oder das gemütliche Stolzieren durch Parks auf der Suche nach Futter.

Tauben sind ziemlich gute Stadtbewohner. Sie nisten auf Gebäudeforsprüngen und picken Krümel von der Straße. Diese anpassungsfähigen Verhaltensweisen haben ihnen geholfen, sich auch in sehr unruhigen städtischen Umgebungen zu behaupten.

Wie Schwarmbildung Tauben schützt und zusammenhält

Einer der Hauptgründe, warum Tauben sich in Schwärmen zusammenfinden, ist Sicherheit in der Zahl. Im Verband reagieren sie besser auf Bedrohungen durch Raubvögel wie Habichte und Falken und können Angriffe durch Verwirrung erschweren. Gemeinsam zu fliegen verbessert die Navigation über größere Strecken, erleichtert die Nahrungssuche und stärkt die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe.

Der Flug kann oft wie eine choreographierte Bewegung aussehen. Diese Synchronisation hilft, Raubangriffen zu entgehen und die Orientierung zu behalten. In der Brutzeit bevorzugen Tauben kleinere Gruppen oder Paare; außerhalb der Brutzeit bilden sie größere Ansammlungen, um gemeinsam zu rasten.

Welche Arten von Tauben gibt es?

Als Mitglieder der Familie Columbidae umfasst die Taubenfamilie viele verschiedene Arten. In städtischen Gebieten trifft man am häufigsten die Felsentaube. Die sogenannten Feraltauben sind die domestizierten Nachkommen dieser Art und haben sich hervorragend an das Stadtleben angepasst.

Tropische Vertreter wie die Victoria-Krontertaube und die Nicobar-Taube zeigen, wie vielfältig die Gattung sein kann. Arten wie die Ringeltauben und Turteltauben bilden besonders während des Vogelzugs größere Gruppen.

Über die Jahre haben Menschen Tauben gezielt gezüchtet. Brieftauben wurden wegen ihrer außergewöhnlichen Navigationsfähigkeiten selektiert, während Carrier-Pigeons historisch als Nachrichtenträger dienten — besonders in Konflikten wie dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Wie schlau Tauben wirklich sind

Tauben können die Magnetfelder der Erde nutzen und markante Landschaftsmerkmale zur Orientierung erkennen. Trotzdem gelten sie bei vielen Leuten als Schädlinge und werden mit Tieren wie Ratten oder Staren verglichen. Diese Sichtweise übersieht ihre beeindruckenden kognitiven Fähigkeiten und die sozialen Signale, die sie im Schwarm austauschen.

Geschichte und heutige Bedeutung

Historisch spielten Carrier-Brieftauben eine wichtige Rolle in den beiden Weltkriegen. Mit Nachrichten, die an ihre Beine gebunden wurden, fungierten sie als lebenswichtiges Kommunikationsmittel in Zeiten, in denen technische Alternativen begrenzt waren.

Heute wird die Rolle der Tauben oft übersehen, aber sie sind ein gutes Beispiel für urbanes Überleben und Anpassung. Sie zeigen viel über Zusammenarbeit und Navigationskunst.

In der Welt der Tauben gibt es noch viel zu entdecken. Ihre komplexen sozialen Strukturen und Fähigkeiten verdienen mehr als einen flüchtigen Blick. Beim nächsten Spaziergang über den Platz oder durch den Park lohnt es sich, ein bisschen genauer hinzuschauen — vielleicht sieht man diese erstaunlichen Vögel mit neuen Augen und überdenkt manche Vorurteile.