Wasser trinken kurz vor dem Schlafengehen: das sagen Ärzte wirklich dazu

Wasser zu trinken ist wichtig für die Gesundheit, aber wann man es trinkt, kann einen großen Unterschied machen. Besonders das Trinken kurz vor dem Schlafengehen wird von Ärztinnen und Ärzten genau unter die Lupe genommen. Abends Flüssigkeit zu sich zu nehmen kann überraschende Vorteile haben — etwa die Reduktion des Risikos von Herzinfarkt und Schlaganfall — doch zu viel Trinken kann den Schlaf stören. Dieser Artikel fasst die aktuellen medizinischen Erkenntnisse zum Wassertrinken vor dem Zubettgehen zusammen und zeigt, wie eine durchdachte Abendroutine Gesundheit und Schlafqualität verbessern kann.
Warum ein Glas Wasser abends helfen kann
Ein Glas Wasser kurz vor dem Zubettgehen kann dabei helfen, schwere Erkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte vorzubeugen. Das liegt daran, dass Wasser eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutdrucks spielt. Außerdem beugt es Dehydration vor, was für eine stabile Herzfunktion wichtig ist. Ausreichende Flüssigkeit am Tagesende kann auch nächtliche Muskelkrämpfe verhindern. Besonders die Beinmuskulatur „sucht“ nachts oft nach Flüssigkeit, und eine passende Trinkmenge kann solche Beschwerden abwenden. Wird das Wassertrinken in die abendliche Routinen eingebaut — vorausgesetzt die Menge stimmt — unterstützt das nicht nur die allgemeine Vorsorge, sondern kann durch die stabilere Flüssigkeitsbilanz auch für besseren Schlaf sorgen.
Wenn abends zu viel getrunken wird
Zu viel Wasser am Abend führt hingegen häufiger zu nächtlichem Harndrang, wodurch der Schlaf unterbrochen und seine Qualität deutlich schlechter wird. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, weil sie oft einen Mangel an dem schlaffördernden Hormon Vasopressin (ein Hormon, das die Urinproduktion drosselt) haben — das führt zu mehr Urinproduktion. Solche Unterbrechungen machen es schwerer, in tiefe, regenerierende Schlafphasen zu kommen, und schmälern so die Erholung des Körpers. Am Tag kann das zu verstärkter Müdigkeit und geringerer Konzentrationsfähigkeit führen. Deshalb raten Ärztinnen und Ärzte dazu, große Mengen Flüssigkeit in den späten Abendstunden zu vermeiden und die Wasseraufnahme gleichmäßig über den Tag zu verteilen.
Wann man am besten trinkt
Nicht nur die Menge, sondern vor allem der Zeitpunkt ist wichtig. Fachleute empfehlen, direkt nach dem Aufstehen zwei Gläser Wasser zu trinken, um die Organe zu aktivieren und den Stoffwechsel anzuregen. Etwa 30 Minuten vor jeder Mahlzeit sollte ein Glas Wasser helfen, die Verdauung zu unterstützen und die Nährstoffaufnahme zu fördern. Vor einem Bad kann ein Glas Wasser den Blutdruck senken und beim Entspannen helfen. Kurz vor dem Schlafengehen kann ein kleines Glas Wasser das Risiko eines Herzinfarkts verringern und nächtliche Beinkrämpfe verhindern.
Tipps, damit der Schlaf nicht leidet
Die Balance zwischen ausreichend trinken und durchschlafen ist wichtig, um die Nachtruhe zu optimieren. Es empfiehlt sich, das größere Trinken mindestens 1–2 Stunden vor dem Zubettgehen einzustellen. Wer häufig nachts aufwacht, sollte seine Trinkgewohnheiten überprüfen. Signale wie ein trockener Mund oder Kopfschmerzen am Morgen weisen darauf hin, dass tagsüber zu wenig Flüssigkeit aufgenommen wurde. Außerdem sollte der Konsum von koffeinhaltigen und alkoholischen Getränken am Abend kontrolliert werden, da diese harntreibend wirken können.
Bewusstes Trinken bringt sowohl gesundheitliche Vorteile als auch mögliche Nachteile wie nächtliche Schlafunterbrechungen mit sich. Leserinnen und Leser sollten überlegen, wie sie ihre persönliche Abendroutine gestalten können, damit sie tagsüber gut hydriert und nachts erholt sind. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet außerdem weiterführende Artikel zu Themen wie den Ursachen des “Mittagstiefs” und unterstützenden Gesundheitstipps.