Darum solltest du dein Handy regelmäßig ausschalten und neu starten

In einer Zeit, in der Smartphones aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, rückt ihre Sicherheit immer mehr ins Blickfeld. Ein frisch veröffentlichter Bericht der Agence nationale de la sécurité des systèmes d’information (Anssi) (französische Behörde für die Sicherheit von Informationssystemen) beleuchtet die Gefahren, die mit der Nutzung dieser Geräte verbunden sind. Veröffentlicht am Mittwoch, den 26. November 2025, umfasst der Bericht 43 Seiten voller wichtiger Informationen und Empfehlungen für die breite Öffentlichkeit.
Mehr Gefahren, je mehr wir das Handy nutzen
Smartphones sind für Millionen Franzosen im Privat- und Berufsleben unverzichtbar geworden. Mit dieser stärkeren Nutzung sieht die Anssi allerdings auch eine wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle. In den letzten drei Jahren hat die Anssi häufiger bei Vorfällen eingegriffen, bei denen Mobiltelefone für Spionage kompromittiert wurden. Diese Entwicklung macht ein Umdenken beim Umgang mit smarter Technik nötig.
Die Angriffe nutzen oft Schwachstellen in Betriebssystemen wie Android und iOS aus. Betroffen sind auch Kommunikationsschnittstellen wie Mobilfunknetze, Wi‑Fi, Bluetooth und NFC. Besonders heruntergeladene Apps sind anfällig und bieten Angreifern Einfallstore.
Wie angegriffen wird und was das mit dir macht
Angreifer haben verschiedene Hebel: Sie können Daten in Mobilfunknetzen oder über Bluetooth abfangen und manipulieren. Gefälschte Wi‑Fi-Zugangspunkte werden eingerichtet, um sensible Daten per Man‑in‑the‑Middle-Angriff zu stehlen oder Nutzer auf Phishing‑Seiten umzuleiten. Besonders beunruhigend: Manche Spyware simuliert einen Neustart des Geräts, um Nutzer zu täuschen.
Ein kompromittiertes Smartphone kann weitreichende Folgen haben: Erpressung, Identitätsdiebstahl, Überwachung oder Spionage. Nutzerdaten können gesammelt und manipulativ Software installiert werden, um Zugang zu sensiblen Informationen zu bekommen.
Konkrete Schutzmaßnahmen, die helfen
Die Anssi nennt konkrete Empfehlungen, um Smartphones sicherer zu machen. Dazu zählt, das Gerät regelmäßig komplett auszuschalten und anschließend wieder hochzufahren. Einen normalen Neustart sollte man vermeiden, weil manche Schadsoftware einen Neustart nur vortäuscht, ohne das Gerät wirklich neu zu starten. Nur ein vollständiges Ausschalten beendet alle im Speicher laufenden Prozesse.
Nutzer sollten WLAN- und Bluetooth-Schnittstellen ausschalten, wenn sie sie nicht brauchen, um unerwünschte Zugriffe zu vermeiden. Auf iOS sollte das über die App „Einstellungen“ erfolgen (das Kontrollzentrum trennt nur die Verbindung, lässt die Schnittstelle aber aktiv). Es wird empfohlen, automatische Verbindungen zu bekannten Netzwerken zu unterbinden und bei der Nutzung öffentlicher Wi‑Fi-Netze einen VPN zu verwenden, um den Datenverkehr zu verschlüsseln.
Vorsicht ist auch bei Links in unerwarteten Nachrichten geboten. Betriebssystem-Updates sollten sofort installiert werden. Vorinstallierte Messaging‑Apps sollten deaktiviert werden, wenn sie nicht genutzt werden.
Zum Schluss
Die Sicherheit von Smartphones betrifft uns alle. Der Bericht der Anssi macht klar, dass präventive Maßnahmen dringend notwendig sind, um die wachsende Bedrohung im Cyberraum einzudämmen. Einfache Gewohnheiten wie das regelmäßige vollständige Ausschalten des Smartphones lassen sich gut in den Alltag einbauen und sind ein erster Schritt zu mehr Sicherheit. Das ist zugleich eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Risiken im digitalen Zeitalter zu schärfen und sich aktiv zu wappnen. Jeder Nutzer trägt Verantwortung: durch Wachsamkeit und informierte Entscheidungen kann man seine persönlichen Daten besser schützen.