Ab wann gilt Schneeschaufeln als zu anstrengend? Experten geben Tipps

Die Schneesaison steht vor der Tür, und in Regionen wie Rhode Island gehört das Schneeschaufeln für viele dazu. Was auf den ersten Blick simpel wirkt, kann aber ziemlich gefährlich sein — vor allem für bestimmte Gruppen. Die Frage ist deshalb: Ab welchem Alter ist Schneeschaufeln zu riskant?
Welche Gesundheitsrisiken gibt es beim Schneeschaufeln?
Schneeschaufeln wirkt wie normale körperliche Arbeit, kann aber ernsthafte Folgen haben. Die American Heart Association (AHA) warnt besonders ältere Erwachsene. Eine Studie im American Journal of Emergency Medicine zeigt, dass zwischen 1990 und 2006 mehr als 200.000 Erwachsenen in Notaufnahmen behandelt wurden, nachdem sie sich beim Schneeschaufeln verletzt hatten. Erschreckend ist, dass in derselben Zeitspanne über 1.600 Todesfälle mit dem Schneeschaufeln in Verbindung gebracht wurden.
Dr. Barry Franklin, ein pensionierter Experte der AHA, rät, dass Menschen über 45 Jahre besonders vorsichtig sein sollten. Zu den Risikogruppen zählen Personen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel oder einem sitzenden Lebensstil. Auch Raucher und adipöse Personen sollten aufpassen.
Wie belastend ist Schneeschaufeln für den Körper — und worauf achten?
Dr. Franklin nennt fünf Hauptgründe, warum Schneeschaufeln den Körper stärker fordert, als man denkt:
- statische Anstrengung (Muskeln arbeiten, ohne dass die Gelenke viel bewegt werden)
- Armarbeit (anstrengender als Beinarbeit)
- Heben schwerer Lasten (löst unbewusst ein Valsalva-Manöver aus, also kurzes Anhalten der Atmung, was Herzfrequenz und Blutdruck erhöht)
- eingeschränkte Beinbewegung (begrenzte Rückführung von sauerstoffreichem Blut zum Herzen)
- kalte Luft (verengt die Blutgefäße und erhöht so den Blutdruck)
Bei Warnzeichen wie Brustschmerzen, Schwindel, Herzklopfen oder unregelmäßigen Herzrhythmen sollten Sie sofort aufhören zu schaufeln. Die AHA sagt dazu: „Wenn Sie eines dieser Symptome beim Schneeschaufeln erleben, hören Sie sofort auf. Wenn die Symptome anhalten, rufen Sie 911 an.“ (911 ist die Notrufnummer in den USA.)
Sicher schaufeln — Tipps und Alternativen
Wer trotzdem selbst schaufeln will, kann das Risiko verringern. Ergonomische Werkzeuge entlasten den Körper und häufige Pausen verhindern Überanstrengung. Die richtige Kleidung schützt vor Kälte und senkt das Verletzungsrisiko. Die AHA empfiehlt zudem, Schnee mit den Beinen zu heben, den Rücken gerade zu halten und die Knie zu beugen, anstatt den Körper zu verdrehen.
Als Alternativen zum eigenen Schaufeln eignen sich Schneefräsen, ein professioneller Schneeräumungsservice oder die Hilfe von Nachbarn und Familie. Dr. Franklin bringt es auf den Punkt: „Wenn alles andere fehlschlägt, finden Sie Hilfe.”
Der Winter bringt seine Herausforderungen, aber wer umsichtig handelt und sein persönliches Gesundheitsrisiko kennt, kommt sicherer durch die Saison. Informieren Sie sich, bereiten Sie sich vor — so bleibt der Schnee eher Kulisse als Problem.